Profi-Bilder, jaja …

5. November 2013 § Hinterlasse einen Kommentar


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Ich lese oft und gerne den Blog von Robert Kneschke. Robert ist Profi-Fotograf und selbstständig als Stock-Fotoproduzent.

Heute bin ich dabei durch Zufall in seinem Blog auf das immer wiederkehrende leidige Thema gestoßen: Welche Kamera soll ich mir für professionelle Bilder kaufen? Was ich in seinen Blog geschrieben habe, führe ich jetzt hier vielleicht noch einen Tick ausführlicher aus, irgendwie meine ich, da auch meinen Senf dazugeben zu müssen.

Man kann ja sagen, was man will, und soviele Wahrheiten über dieses Thema ausschütten, wie man möchte, aber es wird sich nie – zumindest bei allen Amateuren und leider sehr vielen ambitionierten Fotografen – die reine Wahrheit durchsetzen können:

Die professionelle Fotografie entsteht im Kopf!

Kamera, Blitze, alles Zubehör sind nur die Werkzeuge, derer sich der Kopf des Fotografen bedient, die Visualisierung einer Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Und je besser der Fotograf ist, und je mehr Erfahrung er besitzt, desto weniger ist er auf ultimative Technik angewiesen, um ein schönes Bild zu kreieren.

Aber warum kaufen dann Profis Vollformatkameras und teuere Linsen?
Weil es die besseren Werkzeuge sind, um im Sport schnelle Serienbilder zu schießen oder im Fashion-Bereich mehr Details und verbindliche Farben erreichen zu können. Weil weniger Korrekturaufwand anfällt. Weil Zeit einfach Geld ist. Die brauchen dann für ihre Spezialaufgaben das „bessere“ Gerät mit seinen Spezialeigenschaften. Übrigens gibt es auch Profis, die mit APS-C fotografieren, z.B. die Fashion-Fotografin Ella Manor, die zum Zeitpunkt dieses Videos mit einer D90 arbeitete und eventuell noch arbeitet. Komisch, oder!?

Was ist jetzt also ein professionelles Bild?
Ein Bild, das sich verkauft, von dem ein Fotograf auch leben kann, oder es versucht. Mehr nicht. Aber dafür muss es gewisse Kriterien erfüllen, beispielsweise die der Bild-Agenturen. Oder einfach nur die des x-beliebigen Kunden. Was Amateure und Ambitionierte in vielen Fällen kreieren sind Bilder mit professioneller Anmutung, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Manche toll, das muss man unumwunden zugeben, leider viele weniger toll. Nichtssagende Kompositionen durch Photoshopfilter aufgemotzt, stundenlang gedodged und geburnt, und dennoch von langweiliger Durchschnittlichkeit. Wenn ich mir manches Material auf der Model-Kartei anschaue und dann auch noch die Kommentare lese, muss man sagen, dass es die Foto-Industrie und das Internet geschafft haben, ein ganz neues Krankheitsbild zu entwickeln: Den geltungssüchtigen Knipser mit toller Technik, die er nicht wirklich so richtig bedienen kann. Gib ihm eine Präsentationsplattform, lasse qualifiziertes und mehr noch unqualifiziertes Lob über ihn rieseln und er fühlt sich wie ein Profi. Und wenn er/sie das dann auch fest genug glaubt, drängt er auf den Markt und macht mit Billigpreisen den wirklichen Profis das Leben schwer. Naja, alles schon dagewesen 😉

Meine Empfehlung
Lese den Blogartikel von Robert und die vielen Fragen und Antworten dazu. Ich meine, hier wird deutlich, mit welcher grenzenlosen Naivität das Thema der „kreativen Berufe“ immer noch angegangen wird.

Wir hatten in dem Betrieb, in dem ich zuletzt in einer Festanstellung arbeitete, einen Praktikanten zu Gast. Der Junge wollte im grafischen Gewerbe heimisch werden, und wie sich schließlich herausstellte, aus folgenden Gründen:
a) Ich kann vor dem PC sitzen und einfach nur mit Grafiksoftware herumspielen. Dafür bekomme ich gutes Geld.
b) Ich werde nicht schmutzig dabei.
c) Irgendjemand entdeckt meine tollen Spielereien und dann werde ich reich.
Das Ganze auf dem Land. Klar mag man jetzt sagen, dass man als junger Mensch Flausen im Kopf hat, das stimmt auch und ist nicht wirklich schlimm, denn dafür machen die ja dann ein Praktikum und merken schnell, dass ihre Illusionen rückstandslos verpuffen.

Mir fällt nur persönlich auf, dass es mittlerweile nicht mehr nur junge Menschen sind, sondern auch genügend ältere, die solch ein Denken an den Tag legen. Ich hätte jetzt hierzu zwar aktive Beispiele, möchte aber natürlich auch niemanden diskreditieren. Dennoch erschreckt mich das. Auch die Arbeit des Fotografen ist leider hart und nicht wirklich romantisch. Meine Kunden wissen das.

In diesem Sinne 😉

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