Urheberrechtsverletzungen

24. März 2014 § Ein Kommentar


para2Nachdem ich in der letzten Woche mal wieder ein erfolgreiches Boudoir-Shooting absolviert habe und insgesamt das tolle Wetter zu bester Laune Anlass gab, wurde diese doch am Wochenende etwas getrübt. Es geht um Bild- und Veröffentlichungsrechte.

Das Fall ist aktuell und real, ich nenne hier weder Namen noch werde ich in irgendeiner Form Andeutungen machen, um welche Branche es sich handeln könnte.

Auf jeden Fall habe ich vor Jahren für meinen Kunden eine Webseite erstellt mit Bildgalerien, die seine Projekte, die er für seine Kunden absolviert hat, bildhaft darstellen. Die Bilder stammten von ihm und seinen Kunden selbst. So weit, so gut, man nennt es auch Referenzen! Natürlich muss ich als Web-Gestalter davon ausgehen, dass hier auch die Erlaubnis der Klienten meines Kunden vorliegt. Diese waren in allen Fällen anscheinend mündlich und auch schriftlich gegeben. Völlig problemlos das Ganze jetzt schon seit 7 Jahren(!) Bis heute. Anscheinend hat jetzt ein ehemaliger Auftraggeber meines Kunden (mein Kunde war offensichtlich für diesen als Subunternehmer tätig), der manche dieser Projekte wohl in der Basis entworfen bzw. konzipiert hat, auf diese Galerien einen Blick geworfen und verklagt nun meinen Kunden auf einen sauberen vierstelligen Betrag, da dieser laut Anwalt geistiges Eigentum seines Mandaten unerlaubt publiziert habe. Wohlgemerkt sind keinerlei Pläne veröffentlicht worden sondern ausschließlich Fotos der fertigen Projekte, und das sogar nur ausschnittsweise.

Und so kann es gehen, man glaubt es eigentlich kaum. Alle Erlaubnisse der zahlenden Kunden lagen vor, und eine dritte dienstleistende Partei macht nun Ramba-Zamba und will Geld sehen.

Dazu kann man nur immer wieder für die kommerzielle Nutzung von Bildern sagen:

  • Grundsätzlich hole man sich von seinen Kunden die schriftliche Erlaubnis für Veröffentlichungen von Bildmaterial, auch wenn man selbst der Fotografierende und damit Urheber des Fotos ist/war. Und zwar für jedwede Veröffentlichung, es sei denn, man hat eine unbefristete Erlaubnis erhalten!
  • Achte darauf, dass Deine Bilder nicht fremde Gestaltungsideen offensichtlich erkennbar präsentieren oder beinhalten, denn dann benötigst Du zur absoluten Sicherheit auch die Erlaubnis des Gestalters!
  • Dazu gehören beispielsweise auch private Gebäude, die gut erkennbar in einer Portraitfotografie auftauchen, oder Logos von Firmen. Auch fremde Personen, die man dem Hauptthema des Bildes zuordnen könnte (die z.B. nicht Teil einer Menschenmasse sind), dürfen nicht erkennbar sein!
  • Archiviere diese Verträge/Einverständniserklärungen unbedingt so, dass sie notfalls bei Bedarf gleich parat sind!
  • Weise Deine Kunden, die Dir Bilder zur Verfügung stellen, auf diese Umstände unbedingt hin! Du darfst zwar keine rechtlichen Beratungen durchführen, aber durchaus auf die Komplexität dieser Materie hinweisen und auch an einen Anwalt verweisen, um alle Veröffentlichungen auf gesunde Füße zu stellen.

Das alles mag altklug klingen, aber aus Erfahrung weiß ich, dass viele gerne über sowas müde lächeln und dann der Schock groß ist, wenn etwas passiert und man zur Kasse gebeten wird. So wie jetzt, denn ich weise meine Kunden immer darauf hin, dass so etwas in Absprache mit deren Kunden erfolgen muss!

Einen ähnlichen Fall hatte ich schon einmal vorungefähr 10 Jahren, damals mit einem veröffentlichten Straßenkartenausschnitt für eine Wegbeschreibung.

Nun obliegt es natürlich im heutigen Fall dem Gericht, zu entscheiden, ob tatsächlich die Gestaltungshöhe des Entwurfs solch ein Abmahnverfahren notwendig rechtfertigt, was ich persönlich jetzt weniger glaube. Vor allem ist die Frage, ob ein unbedarfter Dritter aufgrund eines der Fotos auf die Stelle des Entwurfs zeigen könnte, die dort dargestellt ist 😉
Aber sei es wie es sei, die Anwälte haben wieder mal Arbeit, und das Ganze kostet die Parteien einen Haufen Geld …

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§ Eine Antwort auf Urheberrechtsverletzungen

  • TOH sagt:

    Ja manchmal ist Fotografie leider auch das – sehr nüchtern und trocken. Aber es ist sehr wichtig das eigene Gedankengut zu schützen aber auch Kundenprojekte mit entsprechender Genehmigung zu veröffentlichen. Ich kenne das aus meinem beruflichen Hintergrund der Werbung sehr gut. Also ein sehr berechtigter Artikel und eine gute gedankliche Stütze.

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