Buch-Rezension „Die Arbeit mit Models“ von Robert Kneschke

19. Mai 2014 § Hinterlasse einen Kommentar


cover-die-arbeit-mit-modelsWer sich intensiv mit der Fotografie beschäftigt in einer Art, die über Smartphoneschnappschüsse und Urlaubsfotos hinaus geht, wird irgendwann an einen Punkt kommen, an dem er Fotoideen mit Menschen umsetzen möchte. Sendungen wie Germanys next Topmodel tun sicherlich ein Übriges dazu, Begehrlichkeiten hinsichtlich der anspruchsvollen People-Fotografie zu wecken und es den großen People- und Fashion-Fotografen gleich zu tun.

Für diese Fotografen, die vielleicht schon umfangreiche Erfahrung mit anderen Arten der Fotografie wie z.B. Stilllife-, Tier- oder Landschaftsfotografie haben und eventuell sogar in den Profi-Sektor wechseln möchten, hat Robert Kneschke, der schon einige Jahre als erfolgreicher deutscher Fotoproduzent tätig ist und daher über einen reichen Erfahrungsschatz verfügt, sein zweites Werk geschaffen: Die Arbeit mit Models.

Erwähnt muss sein, dass wir hier nicht unbedingt von Models im Sinne von Fashion und Laufsteg reden, sondern durchaus auch über Kinder, Damen und Herren mittleren Alters oder auch Senior-Models. Gerade bei Letzteren wird deren fotografischer Stellenwert in der aktuellen Konsumlandschaft ja immer höher. Also zusammenfassend: Einfach Menschen, die vor der Kamera stehen, sei es als Erwerbstätigkeit oder nicht.

Fotografen, denen es im Schwerpunkt um Hard- und Software geht und die sich mehr für die reinen technischen Aspekte der Model-Fotografie interessieren, werden hier nicht unbedingt glücklich. Das Kapitel Technik, das auch auf der Umschlagrückseite aufgeführt ist, besteht aus drei Seiten und beschreibt nur absolute Eckdaten von empfohlenen Objektiven, Kameras und Zubehör. Diesem Umstand trägt Kneschke zwar in seiner Einleitung Rechnung und argumentiert damit, dass es hierzu genügend andere Informationsquellen gibt. Aber wer das Buch nicht direkt einsehen kann und genau über dieses Thema lesen möchte, mag hier etwas vor den Kopf gestoßen sein. Der Verlag hätte vielleicht gut daran getan, das in der Inhaltsangabe auf der U4 etwas klarer herauszustellen. Nun gut, kommen wir zu dem, was an Wissen vermittelt wird!

Frau im Dirndl bietet Brezel anDer Komplexität dieser ganzen Thematik wird der Autor durch eine klare Gliederung, einen angenehmen Schreibstil und umfangreiche Detailinformationen gerecht. Das erstreckt sich dann – auch unter Bereitstellung praktischer Checklisten – von der Akquise geeigneter Models über Motive, Posing und Locations bis hin zur rechtlichen Seite der Medaille Modelshootings, um nur ein paar der 13 Hauptthemen aufzulisten. Die klare Verständlichkeit seiner  Texte, seine – teilweise auch recht amüsanten – Beispiele aus dem eigenen Arbeitsalltag in Form kleiner Stories und der erschöpfende Umfang der Informationen sorgen insgesamt für eine angenehme Lesbarkeit und sinnvolle Ausbeute für den Interessenten. Grundsätzlich sind alle bereitgestellten Tipps und Infos – nach meiner eigenen Erfahrung – richtig, mit Verweisen zu anderen Werken oder auch Internetseiten angereichert und auch geschmackvoll illustriert. An beispielhaftem Bildmaterial wurde nicht gespart.

Im rechtlichen Kapitel vermisse ich einzig und alleine etwas den versicherungstechnischen Aspekt, der jedoch in Kneschkes Blog „Alltag eines Fotoproduzenten“ gewürdigt wird. Der Autor hat mich allerdings dahingehend informiert, dass er diese Anregung nach Möglichkeit in der zweiten Auflage dieses Werkes umsetzen wird!

Zum Abschluss hin werden dann in Kapitel 14 bei Gegenüberstellungen in der Art „Gut -> Besser“ Bildbeispiele verglichen und kleinere sowie größere Fehler angesprochen, sodass der Neuling in der Materie sein Auge etwas schulen kann und so für seine eigenen Arbeiten sensibilisert wird. Solche Vergleiche, die Kneschke auch hervorragend textlich begleitet, erachte ich persönlich als enorm wichtig, wenn es um Bildaussagen und Komposition geht.

Nachdenklicher Mann

Im letzten Kapitel 15 schließlich erhält der Leser nochmals Buchtipps, weiterführende Webadressen, Vertragsmuster, Glossar und einen Index , sodass das Lernen mit diesem Werk nicht aufhören muss sondern bei aktivem Interesse weitreichend fortgeführt werden kann.
Fazit: Insgesamt gelungen geschrieben, vom Layout angenehm übersichtlich mit Marginalien (Randbemerkungen) und großzügigen Inhaltsübersichten gestaltet und qualitativ hochwertig gedruckt.
Von daher kann ich als Fotograf, der mit der hier beschriebenen Materie durchaus vertraut ist, der oben beschriebenen Zielgruppe, der es um das Prozedere im Umgang mit Models als Menschen geht und weniger um Technik oder Posing,  dieses Werk nur empfehlen! Thumbs up!

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