Lytro Illum Videos online

31. Juli 2015 § Hinterlasse einen Kommentar


Lytro Illum, Copyright by LytroSodele, auch das wäre geschafft! Die Videos über diese interessante Kamera sind auf YouTube online. Aufgrund des Datenaufkommens musste ich aus einem Video schließlich zwei machen, aber dafür habe ich dann auch eine halbwegs sinnvolle Unterteilung gefunden.

Kurzbericht

Die Kamera erstaunte schon beim Auspacken. Dass das Verpackungsdesign heute ein wichtiger Image-Faktor geworden ist, darüber braucht man ja nicht zu philosophieren, aber Lytro hat da schon einen Vogel abgeschossen. Ein hälftig geteilter Quader, dessen Aufklapphälfte dann wieder mittig unterteilt war, très chic. Beim Aufklappen bot sich dann die Kamera selbst dar, und in den Seitenflügeln das Zubehör. Wow, nicht schlecht.

Die Kamera

Das Teil ist sehr avantgardistisch gestylt: Ein gewaltiges F2-Objektiv mit integriertem 8-fach Zoom, fest mit einem kleinen aber griffigen Body verbunden, das Ganze mit einem satten Gewicht von ca. 1 Kilogramm. So mag ich das. Die Rückseite wird bestimmt von einem großen 4-Zoll-Touchscreen, 4 Funktionstasten, einem Rändelrad, das war es schon. Obendrauf die Lichtfeldtaste und der Auslöser, vorne nur noch ein weiteres Rändelrad, fitnito! Der Apparat fotografiert mit 40 Megarays, nimmt also 40 Millionen Lichtstrahlen auf, die dann allerdings für zweidimensionale Bilder auf 4 Megapixel heruntergerechnet werden müssen.

Das Objektiv ist innenfocussierend, da bewegt sich außen nichts. Eine große Gegenlichtblende liegt bei. Nach der Montage klapperte diese allerdings ganz schön am Objektiv, nicht so gut für das Geld. Doch dann ein Lichtblick (kein Lichtfeldblick): Da das Objektiv keine Blendenverstellung hat, ist ein ND-8 Neutraldichtefilter bereits beigelegt, das versöhnt mich wieder 😉 Ansonsten gibt es das übliche notwendige Zubehör, nichts Erwähnenswertes.

Bedienung

So ein Gerät sollte sich mir auf Anhieb auch ohne Betriebsanleitung erschließen, und das tat die Illum auch. Allein über die Lichtfeldtechnologie musste ich mir ein paar Anwendungstipps holen, aber ansonsten konnte ich sofort loslegen, sehr positiv.

Studioaufbau3Da ich ja in der Hauptsache auch Produktfotograf bin, stellte ich der Kamera auch explizit gleich als erstes eine professionelle Aufgabe (wenn der Hersteller schon mit Professionalität wirbt): Studiofotografie Parfum-Flacon mit Verpackung auf spiegelnder Acrylglasfläche. Dazu suchte ich mit eines meiner Standard-Setups aus, die Ihr ja schon aus meinen anderen Blogberichten kennt: Striptube mit Diffusor, auf der Gegenseite Abschatter, als Effektlicht blauer Spot.

Nikon

Originalbild Nikon heruntergerechnet auf Illum-Auflösung

Jaja, ich weiß, das ist ja nichts Neues, aber eine solide Standardaufgabe, bei der das Ergebnis absehbar sein muss! Zuerst habe ich die Protagonisten mit meiner Nikon fotografiert, dann den Funkauslöser auf die Illum montiert und versucht, dasselbe Ergebnis zu erzielen. Wie man sieht, gelingt das auch recht ordentlich, auch wenn die Illum mit ihrer F2-Blende natürlich zuerst mal kräftig überbelichtete. Aber insgesamt: Durchaus befriedigend auf dem Display.

Illum

Originalbild Lytro Illum

Der Bock kam dann allerdings erst in der Bildbearbeitung  mit der Lytro-Desktop-Software zum Vorschein. Die Bilder der Illum sind zum Einen sehr weich. Alle Flächen wirken künstlich geglättet, und auch die Kanten sind leider nicht knackscharf.

Etwas schwerer wiegt allerdings, dass man bei feinen Strukturen sehr aufpassen muss, dass beim Zusammenrechnen der Lichtfeld-Bilder keine Fehler passieren, wie im Schraubverschluss zu sehen. Ich habe Euch hier übrigens die Originalbilder bereitgestellt. Das der Nikon ist auf die 4 Megapixel der Illum heruntergerechnet, mit Blende 5.6 fotografiert und nicht als Focus Stacking montiert sondern mit nur einer Aufnahme erzeugt!

Den Vorgang des Focus Stackings übernimmt also die Lichtfeldtechnik eigentlich sehr gut, aber hier kann es ggf. notwendig sein, Aufnahmen zu wiederholen, bis es wirklich passt.

Lytro Illum

Lytro Illum

Andere Aufgaben

Andere fotografische Aufgaben hingegen gelangen dann wieder sehr gut, sodass man hier bis auf die nicht ganz perfekte Schärfe nichts bemängeln kann.

Auch die „Living Pictures“, also die animierten Lichtfeld-Bilder, sind problemlos mit der Lytro-Software erzeugbar und verschaffen interaktiven Spaß, für den man allerdings natürlich grundsätzlich auch einen Bildschirm benötigt und/oder eine Online-Verbindung zur Lytro-Webseite. Desweiteren erfordert die Software enorme Rechenpower. Wer denkt, er könne hier mit einem i3-Notebook mit 2 GB RAM Spaß haben, sollte sich auf Wartezeiten gefasst machen, in denen man bequem eine Familie gründen könnte. Also nichts für Gemüter, die nahe am Wasser gebaut haben. Ich habe mit einem i5-Notebook mit 4 GB RAM getestet, da ist es noch erträglich.

Fazit

Interaktiver neuartiger Fotografiespaß mit sorgenfreiem Focussieren, das wird mit der LYTRO ILLUM geboten. Sie ist nicht wirklich etwas für Produktfotografen, die Katalogen oder Zeitschriften zuarbeiten. Aber für Internetanwendungen kann man durchaus damit für seine Kundschaft punkten. Sie ist allerdings mit Sicherheit keine Hauptkamera für professionelle Anwender.

Also: Wer bereit ist, zwischen 1300 und 1600 Euro dafür auszugeben, erzielt Wow-Effekte und erhält eine Lifestyle-Kamera neuester Technologie, die was hermacht. Man darf gespannt sein, was die Zukunft auf diesem Gebiet bringt 😉

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